Es ist wohl für die meisten ein merkwürdiges Gefühl, wenn ein Kollege, mit dem man lange Zeit zusammengearbeitet hat, sich in den Ruhestand verabschiedet. Auch der Kollege dürfte die Sache mit gemischten Gefühlen sehen, denn immerhin hat er einen Großteil der Zeit an seinem Arbeitsplatz verbracht und muss seinen Tagesablauf nun völlig neu planen.
Es ist natürlich immer eine finanzielle Frage, wie groß das Geschenk ausfallen kann und ausfallen darf. In einem kleinen Betrieb mit nur wenigen Mitarbeitern werden die Geschenke unter Umständen deutlich kleiner ausfallen, als in einem Großbetrieb mit hundert Mitarbeitern.
Auch muss man sich vorher darüber klar sein, ob man der betreffenden Person ein Geschenk mit einem Nutzwert überreichen möchte oder ob es lediglich ein „Scherzgeschenk“ sein soll, mit dem man den Betreffenden auf die Schippe nimmt. Die Scherzgeschenke treiben die Tatsache des zukünftigen Rentnerdaseins ironisch auf die Spitze. Beispielsweise kann man dem zukünftigen Pensionär einen veredelten Spazierstock schenken, an dem man eine Fahrradklingel, Blinklichter, eine Trinkflasche oder sonstiges anbringt. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Vorher sollte man sich allerdings vergewissern, dass der Kollege Spaß versteht.
Eine nette Geste ist es dann, wenn man dem Ruheständler den Abschied mit einem schönen Geschenk versüßen kann. Eine schöne Geste ist ein großer Blumenstrauss, mit dem man auch eine Karte überreicht, auf der alle Kollegen unterschrieben haben. Vielleicht findet man ja einen Floristen, der nicht das übliche Schleierkraut-Einerlei zusammenbindet, sondern ein paar ausgefallene Extras in den Strauss integriert. Das könnten beispielsweise kleine Glückssymbole sein oder irgendwelche Kleinigkeiten, von denen man weiß, dass der zu Beschenkende daran Freude hat. Zusätzlich kann man dem Kollegen eine Flasche von seinem Lieblingswein oder ein Päckchen von seinem bevorzugten Tabak überreichen. Gleiches gilt natürlich bei einer Kollegin. Sie würde sich vielleicht über ein besonderes Parfum oder über eine luxuriöse Creme freuen, die sie sich sonst nicht so einfach gönnen würde.
Um dem zukünftigen Ruheständler ein persönliches Geschenk zu überreichen, sollte man sich vorher unbedingt Gedanken über die Interessen des Kollegen machen. Was für ein Mensch ist er? Welche Interessen hat er? Reist er gerne oder geht er gerne schön essen? Mit einigen Vorüberlegungen stehen die Chancen gut, dass man auch ein Geschenk erwischt, mit dem man wirklich dem Anderen wirklich eine Freude macht.
Ein Musikliebhaber würde sich sicher über eine Karte für ein besonderes Musical oder über eine Opernkarte freuen. Natürlich sollte man daran denken, dass die wenigsten Menschen solche Unternehmungen alleine machen wollen. Aus diesem Grund sollte man bei Geschenken dieser Art auch immer an eine zweite Karte für eine Begleitperson denken. Ist der Kollege für seine Reiselust bekannt, dann kann man ihm durchaus eine Karte für die nächste Oper in der Arena di Verona schenken oder für eines der großen Musicals in Hamburg oder Berlin. Das ist allerdings nur zu empfehlen, wenn der Kollege sich nicht schon im Vorfeld über die knappe Rente beklagt hat, die ihm nun ins Haus steht. Sonst könnte man mit Geschenken dieser Art ins Fettnäpfchen treten.
Möchte man einem ausgesprochenen Tierliebhaber oder Pflanzenfreund eine Freude machen, dann könnte man eine Jahreskarte für einen Tierpark oder den Botanischen Garten besorgen.
Weiß man, dass der zu beschenkende Kollege ein großer Theaterfreund ist, dann bieten sich Theaterkarten an. Ist der Kollege ein begeisterter Lesefreund, dann könnte man ihm vielleicht mit einem Abo seiner Lieblingszeitschrift eine große Freude machen.
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