Ein Blog rund um die persönlichen Feiertage
~~~

Um die Geschichte des Vatertags und dessen Wandel aufzuzeigen, muss man bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zurückgehen. Der Ablauf dieses Tages war dem des heutigen Muttertages sehr ähnlich: Vater durfte schlafen so lange er wollte. Dann servierten ihm Frau und Kinder das Frühstück ans Bett, die Kinder sagten Gedichte auf und schenkten ihm selbst gebastelte Dinge. 


 
Der Höhepunkt des Tages war jedoch der Nachmittag. Die Kinder wurden bei der Verwandtschaft, meist Oma und Opa, untergebracht, und es war an diesem Tag die Pflicht der Gattin, sich am hellen Tage zu ihrem Mann ins Bett zu legen und ihm eine schöne Stunde zu bereiten. Kamen dann gegen Abend die Kinder wieder zurück, wurde der Vater mit einem Lorbeerkranz geschmückt und in einem Bollerwagen durch das Dorf gefahren. Vor dem Rathaus kamen dann alle Väter zusammen, und der Bürgermeister ehrte den Vater, der die meisten Kinder gezeugt hatte mit einem Geschenk.
 
Der Vatertag war damals und heute kein offizieller Feiertag und steht auch nicht mehr in direkter Konkurrenz zum Muttertag. Während der Muttertag als ein Tag für Geschenke schon wochenlang stark beworben wird, halten sich die Angebote für den Vatertag in engen Grenzen.
 
Und trotzdem halten sich bestimmte Traditionen am Himmelfahrtstag hartnäckig. Vatertagswanderungen, verbunden mit einem Trinkgelage, gehören vor allem in ländlichen Gebieten in diese Tradition, die sich allerdings nicht nur auf wirkliche Väter beschränkt. Deshalb ist die vor allem in den neuen Bundesländern verwendete Bezeichnung Herrentag vielleicht die richtige, auch wenn die Bezeichnung „Herren“ oft in Frage gestellt wird. Die Angebote der Gastronomen speziell am Vatertag sind nicht zu übersehen. Besonders Biergärten sind beliebte Ziele der „Väter“. Der Kreativität der Transportmittel sind keine Grenzen gesetzt, denn eines steht immer Vordergrund: Wie kann man am bequemsten sehr viel Alkohol transportieren? Was früher der so genannte Bollerwagen war, wird auf dem Lande immer mehr der Traktor mit einem bunt geschmückten Anhänger, auf dem sich die „Herren“ meist schon sehr früh dem Gesange hingeben. 

Im Laufe der Jahre war dieser Tag dafür gedacht, dass die Männer wenigstens an einem Tag im Jahr unter sich sein können – ohne Regeln für gutes Benehmen, kontrollierte Konversation und Rücksicht auf anwesende Damen.
 
In einem Gedicht heißt es:
 „Am Vatertag im schönen Mai –
 der Mütter Tag ist grad vorbei –
 kommt Männe nun zu seinem Recht! …“
 
Im Prinzip hat sich aber doch einiges geändert. Da der Himmelfahrtstag immer ein Donnerstag ist, bietet sich ein verlängertes Wochenende durch einen Brückentag an, das immer mehr zu Exkursionen für die ganze Familie genutzt wird.

Beitrag aus der Kategorie: Vatertag
Kommentar schreiben:

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar hinzufügen zu können.